Praisos

Unser Olivenhain befindet sich inmitten der archäologischen Stätten von Praisos, terrassenförmig angelegt um den Haupthang dieser minoischen Stadt. Die Besucher und auch wir selbst sind jedes mal angetan von dem besonderen Gefühl, das sich einstellt, wenn man diesen Kraftort betritt, den sich bereits die Minoer ganz bewusst augesucht hatten.

Als vor mehr als 3300 Jahren die Griechen und damit die griechische Sprache sich auf Kreta ausbreiteten, zogen sich die Ureinwohner Kretas, die Minoer, auf wenige Sprachinseln im Westen und im Osten Kretas zurück. Der wohl bedeutendste Rückzugsort und einer der bedeutendsten antiken Städte Ostkretas überhaupt war Praisos, ca 10 km südlich von Sitia. Hier pflegten die Minoer weiterhin Ihre Kultur und Sparche, das sog. eteokretanisch (übersetzt: „echte kretanisch“).

Lage von Praisos

Pressos ist auf drei Hügeln errichtet worden, auf denen heute noch Architekturreste zu finden sind. Zwei Hügel waren von einer Mauer umschlossen. Auf dem dritten Hügel , dem sog. Altarhügel, befand sich ein Heiligtum.

Obwohl die Ausgrabungen bei weitem noch nicht abgeschlossen sind, kann man sich gut vorstellen, wie das Leben damals aussah. Man findet dort z.B. gut erhaltene Quadermauern, Straßen, Gräber, Heiligtümer und ein hellenistisches Haus mit einem Regenwasserbecken und einer Olivenpresse.

Darüber hinaus fand man Tafeln, auf denen Texte sowohl in minoischer, als auch in griechischer Schrift zu finden sind und welche zukünftig sicher bei der Entzifferung der minoischen Sprache helfen werden.

Pressos besaß zwei Hafen – Etia (Sitia) im Norden und Stiles an der Südküste. Von dort aus betrieben die Einwohner Handel bis nach Ägypten und Italien.

Innerhalb Kretas erhob Praisos Anspruch auf den Tempel des Zeus Dicteos in Palaikastro, genauso wie die ebenfalls mächtigen Städten Itanos und Ierapytna. Obwohl es in diesem Spannungsfeld lange Zeit eine erfolgreiche Bündnispolitik unterhielt, wurde es im Jahre 150 v.Chr. von Ihrer Rivalin Ierapytna angegriffen, geplündert und zerstört. Die Stadt blieb fortan unbewohnt – die Einwohner wurden entweder von Ierapytna versklavt oder zogen zu Ihrem Hafen Etia an der Nordküste.

Hier siehst Du Eindrücke der Ausgrabungen von Praisos: